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Sehe jeder wo er bleibe…

Der neue Ministerpräsident des alten „Kohle-Landes“ NRW hat zu seinem Regierungsstart mutig angekündigt, schon 2030 mit der Braunkohleverstromung aufhören zu wollen, nicht erst 2038, wie das der fatale „Kohle-Konsens“ vorsieht. Auch bloß wieder so eine Ankündigung mit den üblichen Hintertürchen, so wie wir es gewohnt sind, wenn es um die Bewältigung des zentralen Menschheitsproblems "Überhitzung der Erde" geht? 

Vielleicht. Aber immerhin: Herr Wüst hat eine Klimaschutz-Baustelle definiert, die für NRW landestypisch ist. Das ehrt ihn und man wird ab jetzt beobachten können, ob sich der Laschet-Nachfolger ernsthaft um die Realisierung seiner Ankündigung kümmert. 

Ich warte auf eine ähnlich landestypische Aussage von Markus Söder. Bayern hat keine Braunkohle, auf deren Abbau wir verzichten könnten. Aber der Freistaat könnte endlich auf die bayerntypische, systematische Behinderung der Windkraft verzichten. Der Erfinder der 10-H-Regel, der ehemalige Ministerpräsident und CSU-Chef Seehofer, scheidet in wenigen Wochen wohl endgültig aus der Politik aus – welch eine schöne Gelegenheit, auch Seehofers verhängnisvollem Anti-Energiewende-Projekt den Abschied zu geben! Es wird wirklich Zeit.  Bayerns Braunkohle ist die 10-H-Regel. 

Es sei an Goethe erinnert, der einmal an Charlotte von Stein geschrieben hat: 

Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er’s treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, dass er nicht falle!