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Es gibt noch andere Themen!

Ein sehr bedauerlicher Kollateralschaden der Pandemie ist die Reduzierung der Debattenthemen. Selbst die Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag der „Ampel“-Parteien treten in der Wahrnehmung oft zurück, weil sich die Sorgen über den Verlauf der kommenden Winterwochen und -monate ganz nach vorne geschoben haben und immer weiter nach vorne schieben. Die Lage ist ja wirklich bedrohlich – aber mehr als Impfen, Testen und Abstand halten fällt einem kaum noch ein. Und eigentlich gibt es dazu auch nicht viel mehr zu sagen – wenn man ein Anhänger von Vernunft und Ethik ist.

Ich plädiere für die Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme der Debatten über so viele andere wichtige Themen. Wir leben in einer Welt, in der man in komfortabler Weise sehr gute Infos gewinnen kann. Und gut informiert lässt es sich am besten debattieren.

Wer z.B. in rund 30 Minuten einen sehr guten Einblick in die Fehler der Landwirtschaftspolitik erhalten möchte, ist mit einem Feature des Bayerischen Rundfunks gut bedient:
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiofeature/gute-staedter-boese-bauern-umweltschutz-zwischen-stadt-und-land-102.html

Ich meine, dass die Lösung des Landwirtschaftsproblems, das vor allem auch ein Verbraucherproblem ist, zu den ganz vordringlichen gehört. Mir ist beim Hören des angeführten Features noch sehr viel klarer geworden, dass die flächenbezogene Subvention der Landwirtschaft in Deutschland und ganz Europa eigentlich eine Förderung der verpachtenden Grundbesitzer ist, nicht aber eine Unterstützung für verantwortungsbewusste Landwirte. So ein System ist nicht länger zu akzeptieren. Was wird wohl dazu im Koalitionsvertrag stehen?