03.01.2008

ödp-Vortrag zum Mobilfunk

Prof. Buchner: "Die Grenzwerte müssen runter!"

"Die Grenzwerte beim Mobilfunk müssen runter!" Diese Aussage traf Prof. Dr. Klaus Buchner, Mobilfunkexperte und Bundesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei während seines Vortrages über die Gefahren des Mobilfunks.

Vor rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörern im Falkenhaus wies Buchner auf die gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung hin. Oft begännen die Beschwerden eher unspezifisch mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen. Nicht jeder, so Buchner, der intensiv der Mobilfunk-strahlung ausgesetzt sei, werde auch krank. "Das hängt von individuellen Faktoren ab, ob jemand krank wird. Das Auftreten von Beschwerden ist nie monokausal."

Buchner erläuterte, Tierversuche hätten bewiesen, dass insbesondere gepulste Strahlung Krebs auslösen könne. Zudem könne sowohl die Erb-substanz als auch die Fruchtbarkeit geschädigt werden. Ein neues Phä-nomen könne bei Kälbern beobachtet werden, die in der Nähe von Mobil-funkmasten lebten: Die Tiere hätten zum Teil verkrüppelte Beine und de-formierte innere Organe.

Der ödp-Mobilfunkexperte appellierte an die Zuhörer, nur kurze Gesprä-che mit dem Handy zu führen und am besten Kopfhörer zu tragen. Auch sei es sinnvoll, nur bei gutem Empfang zu telefonieren, da sich dann die Strahlung minimiere. Außerdem sollten schnurlose Telefone aus den Wohnungen verbannt werden, ebenso wie das strahlungsintensive W-Lan. Dass diese Technik immer öfter an Schulen eingesetzt werde, pro-vozierte Buchner zu der Aussage: "W-Lan an Schulen ist ein Verbre-chen." Der ödp-Bundesvporsitzende forderte die Politik auf, die Grenz-werte für die Mobilfunkstrahlung zu senken. "Die Grenzwerte in Deutsch-land sind absurd hoch. Für die Betreiber ist das bequem und billig."

Die große Resonanz bei seinen Mobilfunk-Vorträgen zeige, so Buchner, das steigende Interesse der Bevölkerung am Thema. Die ödp sei bisher die einzige Partei, die sich mit den Gefahren des Mobilfunks befasse, da sie unabhängig von Konzernspenden Politik zum Wohle der Bürger ma-che.

Der Sprecher vom "Aktionsbündnis Elektrosmog" und ödp Kreisvorsit-zende Raimund Binder wies in der Veranstaltung darauf hin, daß sich das Bündnis mit allen Fragen rund um das Thema Elektrosmog beschäftige und schon vielfach helfen konnte. Binder: "Niemand sollte zögern, sich bei Fragen Rat zu holen. Die Gefahren im Umgang mit dem Rauchen, die auch Jahrzehntelang verharmlost wurden, müssen uns hier eine Lehre sein". Das Aktionsbündnis trifft sich jeden 3. Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der Umweltstation, Zellerstr. 44. Fragen werden auch unter Tel. 783123 beantwortet.