25.04.2017

ÖDP erinnert an Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 31 Jahren

Erneuerbare Energien: bitte übernehmen!

Vor 31 Jahren, am 26. April 1986, explodierte in der damaligen Sowjetunion ein Atomreaktor in Tschernobyl. Damals hieß es, so etwas sei nur in einer kommunistischen Planwirtschaft vorstellbar. Vor 6 Jahren gab es eine Kernschmelze in drei Atomreaktoren in Fukushima, nachdem diese von einem Tsunami getroffen worden waren. Japan war zu diesem Zeitpunkt ein Musterland des Kapitalismus. In der Folge des Unglücks wurde in Deutschland die Energiewende verkündet. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist seit den achtziger Jahren in der Anti-Atom-Bewegung aktiv.

„Es lohnt sich, diese sog. Energiewende zum aktuellen Zeitpunkt genauer zu betrachten“, so der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Energie und Strahlenschutz in der ÖDP, Prof. Herbert Fischer. Er benennt die Probleme:

Der Ausbau der Windenergie ist in Bayern, dank der CSU, aufgrund der 10H-Regelung zum Erliegen gekommen. Für Prof. Fischer eine übertriebene Regelung zum Schutz der Anwohner.

  • Die ausgeschriebenen Mengen für Photovoltaik müssen deutlich erhöht werden, um die geplante PV-Kapazität erreichen zu können.
  • Große energieintensive Unternehmen werden über die EEG-Umlage von privaten Haushalten sowie klein- und mittelständische Unternehmen indirekt subventioniert.
  • Die unvorstellbar hohen Kosten für die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle aus den Atomkraftwerken werden der Gesellschaft auf unbestimmte Zeit aufgebürdet.

Prof. Fischer stellt die Frage, warum nie die Rede davon sei, was eigentlich nach dem Jahr 2022, einem kurzen Zeitraum von noch 5 Jahren, geschehen solle. „Wie soll der Energiemix nach 2022 in Deutschland aussehen?“, so Fischer. Er hegt den Verdacht, dass die deutschen Atomkraftwerke im Jahre 2022 eben nicht abgeschaltet, sondern weiterbetrieben werden mit der Begründung, es gingen sonst die „Lichter“ aus, bzw. der Wirtschaftsstandort Deutschland nehme Schaden. Einer Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke erklärt die ÖDP schon vorsorglich eine deutliche Absage.

Die ÖDP habe, so Prof. Fischer, eine Alternative zum Aktionismus und zur Klientelpolitik der Bundesregierung und benennt, was unverzüglich zu tun ist. Ein weiterhin zügiger Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Bürgerhand wie in dem Tempo der Jahre 2009-2011, gekoppelt mit einem zügigen Ausbau von Energiespeichern. Ein Umbau des Stromnetzes, der dezentrale Erzeugung möglich und zusätzliche Hochspannungsleitungen unnötig macht, wird von der ÖDP gefordert. Dies kombiniert mit glaubwürdigen Anstrengungen zur Energieeinsparung.
Prof. Fischer prognostiziert so einen raschen Anstieg des Anteils Erneuerbarer Energien zur Deckung des Strombedarfs auf deutlich über 50%. Damit könne sichergestellt werden, dass alle Atomkraftwerke, wenn nicht schon heute, so spätestens bis 2022 durch saubere und gefahrlose Alternativen ersetzt werden können.

Während auch nach 31 Jahren weiterhin daran gearbeitet werde, den Austritt radioaktiver Stoffe aus dem ehemaligen Atomkraftwerk von Tschernobyl zu verhindern, gebe es laut Prof. Fischer auch positive Nachrichten. In der mit Radioaktivität belasteten Umgebung soll das größte Solarkraftwerk der Welt entstehen. Die ÖDP wertet dies als eines von vielen Zeichen, dass das Zeitalter der Atomenergie endgültig Geschichte ist. Sie setzt sich für einen konsequenten und schnellen Umstieg auf Erneuerbare Energien ein - in Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

Kategorie: Energie, Umwelt, BAK Demokratie Außenpolitik Europa, Energie / Verkehr