16.10.2017

Bio ist nicht gleich Bio

ÖDP-Bezirkrat Urban Mangold besichtigt den Umstellungsbetrieb der Familie Hanglberger in Essenbach

Renate Hanglberger, Bäuerin und ÖDP-Marktgemeinderätin zeigt ÖDP-Bezirksrat Urban Mangold ihren Hof

Oberwattenbach. Welche Voraussetzungen sind für einen Bauernhof notwendig, um die strengen Richtlinien eines Öko-Verbandes zu erfüllen? Dieser Frage ging ÖDP-Bezirksrat und zweiter Bürgermeister der Drei-Flüsse-Stadt Passau, Urban Mangold,  im Rahmen eines Besuches auf dem Hof der Familie Hanglberger in Oberwattenbach nach.

Der Oed-Seppn-Hof wird mittlerweile in sechster Generation bewirtschaftet. Auf dem Hof leben und arbeiten die Betriebsleiterfamilie sowie die Großeltern und die Tante. Seit Juni 2016 befindet sich der Betrieb in der zweijährigen Umstellungsphase zum Bio-Betrieb. Die Familie wirtschaftet nach den strengen Vorgaben des Naturland-Verbandes. Schon immer durften auf dem Hof vormals die Kühe, und seit geraumer Zeit die Kalbinnen während der Sommermonate auf die Weide. "Nun muss der Stall noch etwas modifiziert werden, damit jedes Tier  zukünftig uneingeschränkten Zugang zur frischen Luft bekommt", erklärt die Bäuerin Renate Hanglberger.

Sie gibt zu bedenken, dass die erforderlichen Umbaumaßnahmen dem Tierwohl dienen, wenngleich diese Vorschriften bei einem vergleichbaren Betrieb, der nach EU-Bio-Vorgaben arbeitet, nicht notwendig wären. Auch Jung- und Mastvieh muss bei Naturland Weidegang über die gesamte Weideperiode oder ganzjähriger Auslauf ermöglicht werden. "Und das ist ein großer Unterschied, sowohl für das Tier als auch für die Kosten, die die Umstellung mit sich bringt", erklärt Hanglberger.

Ebenso sei nach den Verbandsrichtlinien eine Teilumstellung eines Betriebes nicht möglich, die EU-Verordnung jedoch erlaube eine dauerhafte Teilumstellung, beispielsweise eines Betriebszweiges. Diese Unterschiede erklären auch die oftmals großen Preisunterschiede zwischen EU-Bio-Ware aus dem Ausland und Lebensmittel aus bayerischer Verbandserzeugung. Nicht der Kauf von weitgereisten Bio-Produkten aus dem Supermarkt unterstütze die heimische Landwirtschaft, sondern der Konsum von saisonalen und regionalen Produkten. "Außerdem sind die vor Ort erzeugten Lebensmittel wesentlich schmackhafter , bestätigt Bezirksrat Mangold.